Über 1200 Nachsucheneinsätze im Spessart und Nördlichen Odenwald

Am 7. Mai 2005 waren die Hundeführer der zentralen Hundeführerliste des Spessart und nördlichen Odenwalds zu ihrem zweiten Treffen zusammengekommen.

Erfreut zeigten sich die Initiatoren Dr. Fellmer und Rietz-Nause über das starke Interesse an dem Zusammenschluss sowohl aus der Jägerschaft, als auch von weiteren Hundeführern.

In drei Kurzvorträgen wurden die jagdrechtlichen Situationen der Nachsuche in den angrenzenden Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen dargestellt und die erheblichen Unterschiede in der Unterstützung und Absicherung der Nachsuchengespanne aufgezeigt..
In Bayern beschränkt sich die rechtliche Aussage auf die Notwendigkeit der Nachsuche und die dazu benötigte Brauchbarkeit der einzusetzenden Hunde.
In Hessen wird dies ergänzt durch eine Möglichkeit der Wildfolgevereinbarung auf der Ebene einer Hegegemeinschaft und Versicherungsschutz für die Hunde, welche in der Regiejagd von Hessen Forst eingesetzt werden.
In Baden Württemberg ist die revierübergreifende Nachsuche zum einen im Landesjagd-gesetz verankert, zum anderen werden vom LJV landesweit Wildfolgevereinbarungen für die bestätigten Schweißhundführer mit Nachdruck propagiert und durch die Kreisgruppen organisiert. Darüber hinaus erhalten die bestätigten Nachsuchengespanne durch einen vom LJV organisierten Gruppenvertrag einen umfassenden Versicherungsschutz für viele Risiken der Nachsuchenarbeit.

Für Hessen hatte eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Landesjagdverbandes, der oberen Jagdbehörde und Hessen Forst, ein ähnliches Paket wie es in Baden Württemberg praktiziert wird, erarbeitet. Zur Zeit fehlt es noch an der Zustimmung durch die oberste Jagdbehörde, entsprechende Gesetze, Ergänzungen und Neuregelungen auf den Weg zu bringen.
Er wäre mehr als wünschenswert, wenn der Schweißhundführer, der seinen Hund im Interesse des Tierschutzes, in erster Linie für andere erwirbt, ausbildet und oftmals unter großen körperlichen Strapazen und hohen Verletzungsrisiken für Mensch und Hund einsetzt, in allen Bundesländern eine angemessene Unterstützung wie in Baden Württemberg erhält.
Die Landesjagdgesetze erfordern, dass auch die Hundeführer auf die Notwendigkeit freiwilliger Wildfolgevereinbarungen bei den Jagdausübungsberechtigten drängen. Gleichzeitig sollen die Verpächter überzeugt werden, Wildfolgevereinbarungen in Neu- oder Verlängerungsverträge aufzunehmen. Ziel muss sein, Nachsuchen frei von Reviergrenzen im Sinne des Tierschutzes und der Waidgerechtigkeit ohne Unterbrechung abarbeiten zu können.

In einem weiteren Kurzreferat stellte der über Landesgrenzen hinaus bekannte Hundeführer und Richter im Verein Hirschmann e.V., Walter Heim dar, wie sich Nachsuchenführer gegenüber dem Schützen und auf der Fährte korrekt verhalten sollten. Vom hilfesuchenden Anruf bis zum Ende der Nachsuche muss dem Jäger vermittelt werden, dass man ihm mit aller Energie, Fachkunde und Verschwiegenheit für die Nachsuche zur Verfügung steht, oder ihm ein erfahrenes Nachsuchengespann vermittelt.

Die derzeitige räumliche Verteilung der Nachsuchengespanne im Spessart und Odenwald wurde dargestellt. An eine Ausweitung ist nicht gedacht, damit der ursprüngliche Zweck erhalten bleibt, den Jägern aus der Region mit erfahrenen Nachsuchengespannen direkte und schnelle Hilfe anbieten zu können.

Großen Wert legten die beiden Leiter der Versammlung auf den Hinweis, dass Hundeführer zukünftig nur in der zentralen Datei geführt werden, wenn sie mit Hunden arbeiten, die einem anerkannten Zuchtverein des JGHV entstammen und alle erforderlichen Prüfungen mit Erfolg abgelegt haben. Der Verbreitung aus unkontrollierten Zuchten und Importen muss entgegengewirkt werden.

Nachdem jeder Teilnehmer sowohl über die aktuelle Leistungs- und Einsatzfähigkeit von Führer und Hund, als auch über die Anzahl der Nachsucheneinsätze des vergangenen Jahres befragt worden war, wurde das Thema des Versicherungsschutzes durch die Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften erörtert. Derzeit scheinen die Hundeführer auf eigenes Risiko allein gestellt zu sein. Das Thema erfordert dringende Klärung, um die sich die Initiatoren bemühen werden.

Die aktualisierte Liste der Hundeführer kann über hier auf www.bjv-lohr.de abgerufen und in der Jägerschaft verteilt werden.

Dr. G. Fellmer, Mai 2005


Kontakte :

Chr. Rietz-Nause,  Tel. 06660-327,  email: rietznause@aol.com
Dr. G.Fellmer,  Tel. 09342-22577,  email: info@dr-fellmer.de

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