Geschichte des BJV-Lohr a. Main

In Lohr, bedingt durch seine forstliche Tradition, fand der Jagdschutzgedanke ebenfalls begeisterte Aufnahme.

In der Presse ist nachzulesen:

....Im März 1877 wurde in Lohr die Gründung eines Jagdschutzvereines eingeleitet, bei dem sich 30 Jagdberechtigte zur Teilnahme bereit erklärten.
...Am 5. Mai 1877 gründet sich der Jagdschutzverein definitiv, als Vorstand wurden Forstmeister Renner, als Kassier Kaufmann Michel, in den Ausschuss Oberförster Fürther und Gustav Rexroth , als Ersatzleute die Oberförster Neblich (Pflochsbach), Oberförster Schäfer (Frammersbach) und Oberförster Kümmel (Partenstein) gewählt.
... Im Juni, der Jagdschutzverein Lohr hatte bereits eine große Ausdehnung gewonnen, ging man den Schlingenstellern zu Leibe, die Vorschriften über die Ausübung und Behandlung der Jagden wurden schärfer überwacht um dadurch den Gemeinden gleichmäßige und ständige Jahreseinnahmen zu sichern. Der Jagdschutzverein lobte Belohnungen für Flurwächter, Polizei- und Sicherheitsorgane aus, wenn auf ihre Anzeige hin ein Jagdfrevler oder Schlingensteller bestraft wurde oder gestohlenes oder zur Hegezeit geschossenes Wild "confisziert" und der Täter zur Anzeige gebracht und verurteilt werden konnte.
..Am 25 Juni 1902 ... Eine Belohnung bis zu 100.- Mark zahlt der Bayer. Jagdschutzverband jedem, welcher Anzeige über Wildfrevel, Hehlerei, Kauf oder Verkauf von gefreveltem Wild macht, so dass gerichtliche Verfolgung möglich wird.

Aktenkundig im königlichen Bezirksamt Lohr sind die damaligen Jagdpächter für die Pachtperiode 1876 - 1885 der drei Reviere der Lohrer Gemarkung:

Herr Spitalverwalter Müller für den Schwebberg, 2134 tagw. 40M
Herr von Kissling, Fabrikbesitzer in Partenstein für den Dickeron 5335 tagw. 40M
Herr Eduard Rexroth, Fabrikbesitzer Lohr für den Müsselberg, 4005 tagw. 64 M

Seit mehr als 125 Jahren hatten Lohrer Jäger große städt. Reviere in ununterbrochener Pacht über viele Jahrzehnte. Sie wurden im Stadtarchiv als Jagdgesellschaften oder als Jagdkompanien geführt und waren angesehene Fabrikbesitzer, Bürger, Hoteliers, Beamte und Holzkaufleute.

Die nationalsozialistische Zeit von 1933 - 1945 war das Ende von gewachsenen Vereinen oder Vereinigungen. So wurden die Jäger in der "Deutschen Jägerschaft" zwangsverpflichtet und das Reichsjagdgesetz vom
3. Juni 1934 brachte u.a.

  • den Kugelschuss auf Schalenwild
  • die Hegepflicht
  • die Jägerprüfung
  • Pflichtmitgliedschaft in der Deutschen Jägerschaft
  • Versicherungsschutz
  • Pflichtschießen
  • Jägerappelle und
  • Lohr wurde in vier Hegeringe eingeteilt (2x Lohr, Frammersbach und Erlenbach)
Der totale Zusammenbruch nach dem Kriegsende am 8. Mai 1945, brachte ein totales Jagdverbot. Die Jäger mussten ihre Waffen der Besatzungsmacht abliefern und waren recht- und revierlos geworden.

1947 sammelten sich die Lohrer Jäger wieder langsam, integrierten heimatvertriebene Jäger in ihren Reihen und fanden Anschluss im Unterfränkischen Jagdverband. Seit 1950, so weisen es die Beitragszahlungen aus, gehören wir dem heutigen Landesjagdverband Bayern e.V. als Kreisgruppe "Jagdschutz- und Jägerverband Lohr a. Main e. V". an.

Die Vorstände des Bayerischen Jagdschutz- und Jägerverbandes Lohr a. Main waren ab 1947:

  • Forstmeister Max Vollstädt
  • Zolloberinspektor Bullheller
  • Holzkaufmann Xaver Knott
  • Forstmeister Rehack
  • Öberförster a.D. Heinrich Baatz
  • Forstoberamtsrat Robert Brems
  • Medizinaldirektor Dr. Rudolf Bauer
  • Forstamtsrat Siegfried Wegmann

Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung der Wildbestände in Lohr!

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