Geschichtliche Entwicklung der Jagdvereinigungen

Lange Zeit war das Jagdrecht ein Privileg des Adels und der kirchlichen Würdenträger. Die Bürger und Bauern hatten dieses Recht nicht, litten aber unter den oftmals unerträglichen Wildschäden und die Bauern waren zu kostenloser Jagdfron - Hilfsdiensten bei der Jagd - für die hohen Herren verpflichtet.

Im Reform- und Revolutionsjahr 1848 wurde dieses Privileg aufgehoben. Mit dem " Gesetz, die Aufhebung des Jagdrechts auf fremdem Grund und Boden in den Regierungsbezirken diesseits des Rheins betreffend " vom 14. Juni 1848, wurde dieses Privileg aufgehoben, es hieß in Art 1:"Das Jagdrecht auf fremdem Grund und Boden ist aufgehoben und geht mit dem 1.Februar 1849 an die betreffenden Grundeigentümer über"

Die lange unterdrückte Ohnmacht der Bauern und Bürger tobte sich, wie so oft, an der unschuldigen Kreatur, dem Wild aus und vernichtete die Wildbestände.

König Maximilian II von Bayern, erließ, um die Jagd in Bayern in geregeltere Bahnen zu lenken, bereits am 2. April 1850 das "Gesetz, die Ausübung der Jagd betreffend ". Dieses erste Bayerische Jagdgesetz war 84 Jahre lang fast unverändert gültig, bis es durch das Reichsjagdgesetz 1934 abgelöst wurde.

Mit dem Bayerischen Jagdgesetz von 1850 wurden die heute noch gültigen Grundsätze eingeführt:

  • das Reviersystem
  • das Gemeinschafts- und Eigenjagdrevier
  • die unterschiedlichen Mindestgrößen der Reviere im Hochgebirge und im Flachland
  • die Nutzung des Gemeinschaftsjagdreviers durch Verpachtung und die anteilmäßige Auszahlung des Jagdpachtpreises an die Grundeigentümer und
  • die Jagdkarte als staatl. Jagderlaubnis.

Die damals festgelegte Mindestgröße für die Eigenjagdreviere im Flachland, nämlich 240 bayer. Tagwerk ( heute 81,755 ha ), gilt bis heute unverändert.

Da man damals die Jagd als Schädlingsbekämpfung oder auch als reines Schießvergnügen verstand, den Begriff der Hege und des Tierschutzes überhaupt nicht kannte, und eine eingefleischte Wildfeindlichkeit insbesondere im ländlichen Bereich herrschte, dem durch die staatl. Sicherheitsorgane nicht beizukommen war, blieben die Jagden in einem erbärmliche Zustand.
In einem Schreiben des E. Frh. v. Thüngen von 1875 über die Jagd in Bayern beklagt er sich:

"Man darf nur den Triebjagden in der Nähe von großen Städten beiwohnen, so sieht man so viele Schützen, dass man den Trieb wie mit Palisaden umstellen kann. Nimmt man an einer solche Jagd teil, so ist es gut, vorher sein Testament gemacht zu haben, denn viele der geladenen Gäste verstehen nicht mit dem Gewehr umzugehen,: Diese Herren ballern darauf los, ohne vorher erkannt zu haben auf was sie schießen "

Um solchen Zuständen Einhalt zu gebieten, kam es in Bayern zur Bildung von Jagdschutzvereinen. Forstmeister Daniel Leykam gründete am 24. Jan 1877 in Nürnberg den ersten Jagdschutzverein Bayerns. Dieser Jagdschutzgedanke fand bayernweit begeisterte Aufnahme.

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